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Lenormand für Einsteiger: Die 36 Karten und was sie bedeuten
Von Nicole · 1. Oktober 2026
Wenn ich am Telefon sage „Ich lege dir die Lenormand-Karten“, kommt oft die Frage: Sind das Tarotkarten? Nein – und genau das macht sie für mich so wertvoll. Lenormand-Karten sind klar, bodenständig und erstaunlich direkt. Sie sprechen in Bildern, die jeder kennt: ein Haus, ein Hund, ein Brief, ein Herz. In diesem Beitrag zeige ich dir, woher die Karten kommen, was die 36 Motive bedeuten und warum eine einzelne Karte allein noch keine Antwort ist.
Woher die Lenormand-Karten kommen
Benannt sind die Karten nach Marie-Anne Lenormand, einer berühmten Pariser Wahrsagerin, die um 1800 lebte und unter anderem Kaiserin Joséphine beraten haben soll. Das Kartenspiel selbst hat sie allerdings nicht erfunden. Seine Wurzeln liegen in einem deutschen Gesellschaftsspiel aus der Zeit um 1800, dem „Spiel der Hoffnung“. Nach Lenormands Tod brachten Verleger Karten unter ihrem bekannten Namen heraus – und der Name ist geblieben.
Deshalb siehst du auf vielen Lenormand-Karten bis heute oben ein kleines Spielkartensymbol, etwa sechs Herzen oder einen Pik-Buben. Es ist ein Erbe aus dieser Zeit als Gesellschaftsspiel.
Was Lenormand von Tarot unterscheidet
Tarot arbeitet mit 78 Karten und viel Symbolik, die oft in die Tiefe der Seele führt. Lenormand hat nur 36 Karten und ist alltagsnäher. Die Karten beschreiben konkrete Situationen: eine Nachricht, ein Umzug, ein Streit, ein neuer Mensch.
Der größte Unterschied liegt aber in der Art zu lesen. Beim Tarot hat jede Karte für sich schon eine reiche Bedeutung. Bei Lenormand entsteht die Aussage erst, wenn mehrere Karten zusammenkommen – fast wie Wörter, die erst im Satz einen Sinn ergeben.
Die 36 Lenormand-Karten und ihre Bedeutung
Damit du dir die Karten leichter merken kannst, habe ich sie nach Themen sortiert. Die Nummer steht jeweils in Klammern.
Bewegung und Veränderung: Der Reiter (1) bringt Neuigkeiten und Tempo, oft auch einen Menschen, der auf dich zukommt. Das Schiff (3) steht für Reisen, Sehnsucht und Veränderungen, die in der Ferne beginnen. Die Störche (17) zeigen einen Wandel an, etwa einen Umzug oder einen neuen Lebensabschnitt. Die Wege (22) stehen für eine Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten.
Glück und Freude: Der Klee (2) ist das kleine, schnelle Glück – eine Chance, die nicht lange wartet. Die Blumen (9) bringen Freude, ein Geschenk oder eine Einladung. Die Sterne (16) sind Hoffnung, Klarheit und Wünsche, die in Erfüllung gehen wollen. Die Sonne (31) ist die stärkste positive Karte im Deck: Erfolg, Kraft und Zuversicht.
Liebe und Beziehung: Das Herz (24) steht für Liebe und Zuneigung. Der Ring (25) zeigt eine Verbindung oder einen Vertrag – in der Liebe oft eine feste Partnerschaft. Der Hund (18) ist Treue und Freundschaft. Die Lilien (30) stehen für Harmonie, Reife und Familie, in manchen Legungen auch für Sinnlichkeit. Der Mond (32) spricht von Gefühlen, Sehnsucht und Anerkennung.
Menschen: Der Herr (28) und die Dame (29) stehen für die Person, die fragt, und ihr Gegenüber. Wo sie in der Legung liegen und wohin sie schauen, verrät viel. Das Kind (13) ist ein Neuanfang, etwas Kleines und Unbeschwertes – manchmal auch wirklich ein Kind. Der Bär (15) zeigt Kraft und Durchsetzung, oft auch eine starke Person wie eine Mutter oder einen Vorgesetzten.
Herausforderungen und Warnungen: Die Wolken (6) bringen Unklarheit und Zweifel. Die Schlange (7) steht für Umwege, Klugheit, manchmal auch für eine Rivalin. Der Fuchs (14) mahnt zur Vorsicht, weil nicht alles so ist, wie es scheint. Die Ruten (11) zeigen Streit, aber auch wichtige Gespräche. Der Berg (21) ist ein Hindernis oder eine Verzögerung. Die Mäuse (23) stehen für Verlust, Sorgen und Dinge, die an dir nagen.
Abschlüsse und Wendepunkte: Der Sarg (8) wirkt für viele erschreckend, bedeutet aber selten etwas Dramatisches. Er zeigt ein Ende, nach dem Platz für Neues entsteht. Die Sense (10) steht für eine plötzliche Entscheidung oder einen klaren Schnitt. Das Kreuz (36) ist das Schicksal: eine Last, die getragen werden will, oder eine Prüfung mit tieferem Sinn.
Alltag, Beruf und Sicherheit: Das Haus (4) steht für Zuhause, Familie und Geborgenheit. Der Baum (5) zeigt Wurzeln, Wachstum und Lebenskraft. Die Vögel (12) bringen Aufregung und viele Gespräche. Der Turm (19) steht für Ämter und Institutionen, manchmal auch für Rückzug. Der Park (20) zeigt Öffentlichkeit, Feiern und neue Kontakte. Das Buch (26) ist ein Geheimnis oder Wissen, das erst noch aufgedeckt wird. Der Brief (27) bringt eine Nachricht oder ein Dokument. Der Schlüssel (33) zeigt die Lösung – eine der schönsten Karten, wenn du feststeckst. Die Fische (34) stehen für Geld und Unabhängigkeit, der Anker (35) für Beständigkeit und den Beruf.
Warum eine Karte allein wenig sagt
Genau hier wird Lenormand spannend. Eine Karte verändert ihre Bedeutung je nachdem, welche Karten neben ihr liegen. Ein paar Beispiele:
Herz und Ring nebeneinander sprechen von einer Liebesbeziehung mit Zukunft. Liegt das Herz dagegen neben den Wolken, sind die Gefühle gerade unklar oder überschattet.
Sarg und Kind zusammen sind ein schönes Paar: Etwas endet, und daraus entsteht ein echter Neubeginn.
Fuchs und Fische können darauf hinweisen, beim Geld genauer hinzuschauen – etwa bei einem Angebot, das zu gut klingt.
Für den großen Überblick lege ich die Große Tafel. Dabei kommen alle 36 Karten auf den Tisch. So sehen wir nicht nur deine Frage, sondern auch dein Umfeld, die Menschen um dich herum und die Zeitqualität der kommenden Monate. Eine Große Tafel ist wie eine Landkarte deines Lebens im Moment.
Kann ich mir selbst die Karten legen?
Ja, unbedingt. Ein schöner Einstieg ist die Tageskarte: Zieh morgens eine Karte und frag dich abends, wo sie dir begegnet ist. So lernst du die Motive ganz nebenbei kennen. Wenn du sicherer wirst, kannst du drei Karten in einer Reihe legen und sie als kleinen Satz lesen.
Einen Rat gebe ich dir dabei mit: Leg dir nicht zehnmal am Tag die Karten zur gleichen Frage. Wenn sich nichts verändert hat, zeigen sie auch nichts Neues – und am Ende bist du unruhiger als vorher. Die Karten sollen dir Klarheit schenken, keine neue Sorge.
Wann eine Beratung sinnvoll ist
Bei Fragen, die dich persönlich stark betreffen, fällt das ehrliche Lesen der eigenen Karten schwer. Man sieht dann gern, was man sich wünscht – oder was man befürchtet. Ein Blick von außen hilft, gerade in der Liebe oder vor großen Entscheidungen.
Ich lege seit über 20 Jahren Lenormand-Karten und sage dir offen, was ich sehe. Für eine konkrete Frage reichen oft zehn bis zwanzig Minuten, für eine Große Tafel nimm dir lieber eine halbe oder ganze Stunde Zeit. Die Preise stehen fest, du bezahlst vorab, und ich rufe dich zum vereinbarten Termin an.
Und wenn du einfach neugierig geworden bist: Hol dir ein Deck, zieh deine erste Tageskarte – und schau, was sie dir erzählen möchte.
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